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„Ich lasse mich nicht verbiegen“
Quelle: Augsburger Allgemeine, 22.08.2009, von Martin Deibl
Landkreis Augsburg
40 Jahre in der Politik, seit 40 Jahren in der Jungen Union, seit 27 Jahren Landtagsabgeordneter der CSU - aber nie im Zentralorgan der Partei, dem Bayernkurier, erwähnt. „Und darauf bin ich stolz“, sagt Max Strehle, inzwischen 62 Jahre alt geworden. Warum denn das? Weil er immer eine kritische Haltung gegenüber seiner Partei angenommen habe, „da wird man dann ausgeblendet, totgeschwiegen“.
Strehle hat das, zumindest was das Ansehen bei den Wählern vor Ort anbelangt, nie geschadet, wie an seinen Wahlergebnissen nachzulesen ist. Zuletzt, beim „schwarzen September“ 2008, schaffte er das beste Wahlergebnis aller CSU-Abgeordneten und lag 4,8 Prozent über der Partei.
40 Jahre in der Politik - Zeit genug, um ein wenig zurückzublicken. Geboren 1946 und aufgewachsen in Deubach, einem kleinen Dorf bei Gessertshausen, wo er mit seiner Familie noch heute lebt. Der Vater war Maurermeister und 29 Jahre lang ehrenamtlicher Bürgermeister. Das Wohnzimmer war auch Amtszimmer.
Das prägt. Max Strehle arbeitete sich hoch, vom Ministranten zum Gründer des „Mickey-Maus-Clubs“ Deubach, zum Klassensprecher und später zum Semestersprecher beim Architekturstudium in München. Gerne erzählt er, dass er damals bei den Studentendemonstrationen mitgemischt hat.

Und dennoch ging er 1969 zur Jungen Union, wurde 1972 in den Kreistag gewählt, machte mit dem heutigen Bundestagsabgeordneten Eduard Oswald gemeinsam Wahlkampf. Dem Kreistag gehört er noch heute an, war dort mal Fraktionschef, meist aber Landrats-Stellvertreter und unter Landrat Karl Vogele dessen „diplomatisches Corps“.
1974 dann die Wahl in den Bezirkstag, 1982 ging es ab in den Landtag. Mit Vergnügen erinnert sich Strehle an einen „fulminanten Wahlkampf, da sind wir Tag und Nacht gelaufen“.
Im Landtag sitzt Max Strehle noch heute, aber nicht als Hinterbänkler, sondern in wichtigen Ausschüssen. Journalisten lieben ihn, weil er immer für einen starken Spruch gut ist. Einer, der den Mund aufmacht, der auch mal mit der Faust auf den Tisch haut, auch wenn der politische Gegner zuweilen lästert, dass die Faust zuweilen in der Hosentasche geballt werde. 27 Jahre im Landtag, das war nicht immer positiv, sagt Strehle. Und fügt hinzu: „Ich lasse mich nicht verbiegen.“ Ist er deshalb nicht Minister, wenigstens Staatssekretär geworden? „Zweimal bin ich auf der Liste der Staatssekretäre gestanden“, berichtetet Strehle, so auch beim ersten Kabinett Streibl für die „Oberste“ im Innenministerium. Doch Theo Waigel (Strehle war damals ein bekennender Stoiberianer) und Fraktionschef Alois Glück („Der hat mich nicht gewollt“) hätten ihn eine Viertelstunde zuvor von der Liste „runtergeholt“.
Der Bundestag habe ihn nie gereizt. München, leben und leben lassen, das entspricht Max Strehles bajuwarischem Naturell. Und so sagt er im Brustton der Überzeugung: „Ich kann jeden Tag in den Spiegel schauen, ich muss niemand schön tun und werde bis zum Ende dieser Periode durchhalten.“ Die endet im Sommer 2013. Max Strehle ist dann 66 Jahre alt. Potenzielle Nachfolger, weiblich wie männlich, bringen sich bereits in Stellung.
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